YO! Einstein
TU wirbt um Techniker-Nachwuchs
Mit Roboter-Fußball, Experimenten zur Goldherstellung und Trockeneisversuchen möchte die Technische Universität am 23. Juni Schüler für Technik und Naturwissenschaften begeistern.
Die 2002 erstmals organisierte Veranstaltung "YO! Einstein" soll auch Mädchen Lust auf diese Fächer machen.
[via ORF]
Anmerkung: Die meisten Mädchen interessieren sich nicht für Fußball, Roboter-Fußball inklusive. Also: Nicht wundern, wenn diese Werbeveranstaltung schon wieder nicht mehr Frauen in die Technik bringt.
Liebe Mädchen,
bedenkt, daß ein Technikstudium auch Auswirkungen auf eure Psyche haben kann. Eine Anstalt wie die TU Wien bietet keinerlei Möglichkeiten, sich im Frausein zu üben. Erwartet nicht, daß ihr dort Freundinnen finden werdet, es gibt einfach viel zu wenige Mädchen, sie verschwinden in der männlichen Masse. Die aus der Schule bekannte Sozialisationsform der Freundinnen wird nicht weitergeführt. Erwartet euch keine Gespräche über Themen, die euch interessieren (abgesehen von den studienabhängigen Themen). Insbesondere ist der Kommunikationsstil (geschweige denn dessen Inhalt) fundamental männlich dominiert, sowohl unter den Studierenden als auch zwischen Professoren und Studierenden. Der Ausdruck von Gefühlen hat an dieser Anstalt keinen Platz. Doch gerade das Kennenlernen der eigenen emotionalen Welt, die Möglichkeit, sich diesbezüglich ausdrücken zu können, sowie die Reflexion darüber mit anderen stellt einen fundamentalen Bestandteil der späten Adoleszenz dar.
Liebe Mädchen, bedenkt, daß ihr Brüste habt. Diese Körperteile verursachen eigenartige Reaktionen bei den männlichen Studierenden. Meist starren sie wie wild darauf, werden rot und sagen nichts mehr. Daher ist auch eine nicht-sexuell geprägte Sozialisation zu diesem Teil der Studierendenschaft nicht möglich. Bedenkt weiters, daß diese männlichen Studierenden später eure Kollegen im Berufsleben sein werden. Auch dann können sie sich nicht an die Existanz bestimmter Körperteile gewöhnen. Allerdings nimmt die Schüchternheit ab, so daß nur noch idiotisches und beleidigendes Anbaggern übrigbleibt.
Liebe Mädchen, ich rate euch, entscheidet euch nur für ein technisches Studium, wenn ihr genug Rückhalt habt. Macht es in Gruppen. Nehmt eure beste Freundin mit.
Oder lernt die gleichen Inhalte, aber an einer anderen Universität.
Mit den besten Wünschen für eine erfolgreiche Zukunft,
eine Traumatisierte
Mit Roboter-Fußball, Experimenten zur Goldherstellung und Trockeneisversuchen möchte die Technische Universität am 23. Juni Schüler für Technik und Naturwissenschaften begeistern.
Die 2002 erstmals organisierte Veranstaltung "YO! Einstein" soll auch Mädchen Lust auf diese Fächer machen.
[via ORF]
Anmerkung: Die meisten Mädchen interessieren sich nicht für Fußball, Roboter-Fußball inklusive. Also: Nicht wundern, wenn diese Werbeveranstaltung schon wieder nicht mehr Frauen in die Technik bringt.
Liebe Mädchen,
bedenkt, daß ein Technikstudium auch Auswirkungen auf eure Psyche haben kann. Eine Anstalt wie die TU Wien bietet keinerlei Möglichkeiten, sich im Frausein zu üben. Erwartet nicht, daß ihr dort Freundinnen finden werdet, es gibt einfach viel zu wenige Mädchen, sie verschwinden in der männlichen Masse. Die aus der Schule bekannte Sozialisationsform der Freundinnen wird nicht weitergeführt. Erwartet euch keine Gespräche über Themen, die euch interessieren (abgesehen von den studienabhängigen Themen). Insbesondere ist der Kommunikationsstil (geschweige denn dessen Inhalt) fundamental männlich dominiert, sowohl unter den Studierenden als auch zwischen Professoren und Studierenden. Der Ausdruck von Gefühlen hat an dieser Anstalt keinen Platz. Doch gerade das Kennenlernen der eigenen emotionalen Welt, die Möglichkeit, sich diesbezüglich ausdrücken zu können, sowie die Reflexion darüber mit anderen stellt einen fundamentalen Bestandteil der späten Adoleszenz dar.
Liebe Mädchen, bedenkt, daß ihr Brüste habt. Diese Körperteile verursachen eigenartige Reaktionen bei den männlichen Studierenden. Meist starren sie wie wild darauf, werden rot und sagen nichts mehr. Daher ist auch eine nicht-sexuell geprägte Sozialisation zu diesem Teil der Studierendenschaft nicht möglich. Bedenkt weiters, daß diese männlichen Studierenden später eure Kollegen im Berufsleben sein werden. Auch dann können sie sich nicht an die Existanz bestimmter Körperteile gewöhnen. Allerdings nimmt die Schüchternheit ab, so daß nur noch idiotisches und beleidigendes Anbaggern übrigbleibt.
Liebe Mädchen, ich rate euch, entscheidet euch nur für ein technisches Studium, wenn ihr genug Rückhalt habt. Macht es in Gruppen. Nehmt eure beste Freundin mit.
Oder lernt die gleichen Inhalte, aber an einer anderen Universität.
Mit den besten Wünschen für eine erfolgreiche Zukunft,
eine Traumatisierte
popscherl - 21. Jun, 21:53

Schade
Das heißt natürlich nicht, dass es nicht erschreckend ist, dass der ORF die geschlechtsneutrale Schreibe noch nicht beherrscht. (Die TU webseite http://www.tuwien.ac.at/pr/news/news_050621a.shtml wendet sich ja nicht nur an Forscher.)
Hi!
Richard
das soziale Klima liegt doch grossteils an den Fächern und nicht an der Uni
Das soziale Klima liegt an den beteiligten Personen, nicht an den Fächern, nicht an den Institutionen.
dass der ORF die geschlechtsneutrale Schreibe noch nicht beherrscht. (Die TU webseite ...
Ja, es scheint einiges besser geworden zu sein. Ich habe allerdings noch alle Vorlesungen ''für ...-er'' besucht, und das ist keine zehn Jahre her. Auch manche grausigen Prüfungen sind heutzutage nicht mehr Pflicht, aber ich hatte leider die Gnade der späten Geburt nicht.
die Lösung kann doch nicht sein, technische Studien zu vermeiden, oder?
Nein, kann sie nicht, natürlich nicht. Ich ärgere mich einfach so furchtbar über gewisse Universitäten, gewisse Frauenförderprogramme (die, m.E. absolut garnichts bringen) und eine gewisse Berichterstattung darüber.
Und: Manche Fächer werden/wurden nur an der TU angeboten, aber wer sagt, daß man sie nur als Ingenieurwissenschaft verstehen, betreiben und lernen kann?
Klar, ich hab nur gemeint, dass bestimmte Fächer bestimmte Arten von Leuten anziehen, und andere halt andere. Und man sollte sich, glaub ich, nicht die Fächer danach aussuchen, mit wem man dann im Hörsaal sitzt. Es gibt ja noch ein Leben ausserhalb der Uni.
Ingenieurwissenschaften: Oops! Ich beherrsche die geschlechtsneutrale Schreibe (zumindest auf Deutsch) wohl auch noch nicht!